Schwangerschaft und Geburt sind natürliche Vorgänge und damit üblicherweise kein Notfall der Erste Hilfe braucht. Die meisten Kinder kommen im Krankenhaus zur Welt, es kann jedoch sein, dass du zu einer Geburt dazu kommst, deshalb werden hier die Vorgänge rund um die Geburt dargestellt.
Im Mutterbauch liegt das
Baby ( 1 )
meist mit dem Kopf nach unten
in einem muskulösen Organ, der
Gebärmutter. ( 2 )
Das Baby schwimmt in einer wasserklaren Flüssigkeit, dem
Fruchtwasser, ( 3 )
und wird dadurch von Stößen geschützt.
Für die Ernährung des Ungeborenen gibt es ein eigenes Organ, den
Mutterkuchen. ( 4 )
Er haftet an der Innenseite der Gebärmutter und filtert Nährstoffe und Sauerstoff aus dem mütterlichen Blut. Gleichzeitig werden Stoffwechselprodukte und Kohlendioxid an das mütterliche Blut abgegeben.
Die
Nabelschnur ( 5 )
verbindet den Mutterkuchen mit dem Kind. Sie enthält Blutgefäße.
Die gesamte Gebärmutter ist an ihrer Innenseite von den
Eihäuten ( 6 )
ausgekleidet.
Die Geburt selbst kündigt sich durch die
Wehen ( 7 )
an. Wehen entstehen durch rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmutter. Das geschieht am Anfang der Geburt etwa alle 3 bis 10 Minuten , sie dauern etwa 30 - 60 Sekunden.
Dadurch öffnet sich der untere Teil der Gebärmutter, der sogenannte
Muttermund. ( 8 )
Dabei wölben sich die Eihäute als sogenannte Fruchtblase in die Scheide vor.
Irgendwann während der Geburt
platzt die Fruchtblase. ( 9 )
Fruchtwasser tritt aus der Scheide aus. Fordere danach die Gebärende auf sich hinzulegen. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, üblicherweise besteht keine Gefahr, aber es kann passieren, dass auch die Nabelschnur in die Scheide vorfällt. Dadurch könnte die Blutzufuhr zum Baby gedrosselt werden. Sobald ein Arzt oder die Hebamme die Frau untersucht hat, darf sie meist wieder aufstehen.
Die Öffnung des Muttermundes durch die Wehen nimmt bei der Erstgebärenden etwa 5-6 Stunden in Anspruch, bei Frauen die bereits geboren haben sind es nur mehr 2-4 Stunden. Sobald der Muttermund ganz geöffnet ist beginnt die Austreibungsperiode. Dabei muss das Kind durch das
knöcherne Becken ( 10 )
durchtreten. Die Wehen kommen nun etwa alle 2 Minuten, dabei beginnt die Frau unwillkürlich mitzupressen.
Nun dreht sich der Kopf des Kindes aus seiner ursprünglich seitlichen Lage, sodass das Kind meist
mit dem Gesicht nach unten ( 11 )
liegt.
Die Scheide selbst ist sehr elastisch, beim Durchtreten des Kopfes am Scheidenausgang kann es aber zu
Rissen am Damm ( 12 )
(dem Hautgebiet zwischen Scheide und After) kommen. Vordere deshalb die Schwangere auf nicht mehr zu pressen, sie kann dazu auch sehr schnell atmen ( Hecheln), damit der Kopf nicht zu schnell geboren wird.
Für die
Geburt der Schulter ( 13 )
dreht sich der Kopf wieder zur Seite. Unterstütze die Drehung einfach mit deinen Händen und lenke den Kopf dann nach unten, bis die obere Schulter unter dem Schambein durchkommt. Der restliche Körper folgt innerhalb von Sekunden nach.
Nimm das Neugeborene kurz so, dass es mit dem Kopf nach unten hängt damit das Fruchtwasser aus Mund und Nase abfließen kann. Lege das Kind dann einfach auf den
Bauch der Mutter ( 14 )
und trockne es mit einem Handtuch ab. Das Baby sollte sofort zu schreien beginnen. Falls das nicht der Fall ist, so reibe kräftig mit dem Handtuch um den Kreislauf anzuregen. Meist beruhigt sich das Kind danach sehr schnell. Achte darauf dass es ganz trocken ist, Neugeborene kühlen sonst rasch aus. Die sogenannte Käseschmiere, eine weiße Fettschicht, kannst du später abwaschen.
( Falls das Kind nicht schreit beginne sofort mit der
Wiederbelebung. ( 15 )
)
Nun herrscht keine Eile mehr, jetzt ist Zeit für die
Abnabelung. ( 16 )
Hierfür kannst du ein sauberes Bändchen oder eine dünne Bandage verwenden. Lass etwa zwei handbreit Abstand zum Kind, und schnüre die Nabeschnur fest ab, nach nochmals etwa einer Handbreite mache eine zweite Abschnürung.
Schneide ( 17 )
einfach mit einer Schere oder Messer dazwischen durch. Es darf an der Babyseite nicht nachbluten, sonst musst du noch eine Abschnürung machen.
Etwa eine halbe Stunde später lösen sich
Mutterkuchen und Eihäute. ( 18 )
Das geht von selbst, dafür darfst du nicht an der Nabelschnur ziehen. Hebe die Nachgeburt in einem Plastiksack auf, sie muss von einem Arzt oder einer Hebamme auf Vollständigkeit überprüft werden. Gib der Mutter danach eine Damenbinde und vordere sie auf die Beine zu überkreuzen. Meist kommen Blutungen rasch zum Stehen, da sich die Gebärmutter zusammen zieht.
Auch bei einer unkomplizierten Geburt sollte eine Hebamme oder ein Arzt nach Mutter und Kind sehen.
| Nr. | Begriff | Erklärung |
| 1 | Baby | Im Mutterbauch liegt das Baby in der Gebärmutter. |
| 2 | Gebärmutter | Die Gebärmutter ist ein muskulöses Organ. Während der Schwangerschaft wächst hier das Kind. |
| 3 | Fruchtwasser | Das Baby schwimmt im Fruchtwasser und wird dadurch von Stößen geschützt. |
| 4 | Mutterkuchen | Der Mutterkuchen dient dem Austausch von Nährstoffen, Sauerstoff und Stoffwechselprodukten. |
| 5 | Nabelschnur | Die Nabelschnur verbindet das Kind über den Mutterkuchen mit der Mutter. |
| 6 | Eihäute | Die Gebärmutter ist an der Innenseite von den Eihäuten ausgekleidet. |
| 7 | Wehen | Wehen entstehen durch rhythmisches Zusammenziehen der Gebärmutter. |
| 8 | Muttermund | Der Muttermund ist der unterste Teil der Gebärmutter. Er öffnet sich langsam während der Geburt. |
| 9 | Blasensprung | Wenn die Fruchtblase platzt dann tritt Fruchtwasser aus der Scheide aus. Die Schwangere sollte sich danach hinlegen. |
| 10 | knöchernes Becken | Während der Geburt muss das Kind durch den Knochenring des Beckens hindurch. |
| 11 | Lage mit dem Gesicht nach unten. | Meist dreht sich das Kind während der Geburt so, dass es mit dem Gesicht nach unten zur Welt kommt. |
| 12 | Dammriss | Wenn der Kopf geboren wird, soll die Schwangere nicht mehr mitpressen, damit keine Hautrisse am Damm entstehen. |
| 13 | Geburt der Schulter | Durch Senken des Kopfes wird zuerst die obenliegende Schulter sichtbar. Der restlich Körper folgt dann leicht nach. |
| 14 | Kind am Bauch der Mutter | Lege das Neugeborene auf den Bauch der Mutter und trockne es gut ab. |
| 15 | Wiederbelebung | Falls das Kind nicht spontan zu atmen beginnt musst du sofort mit der Wiederbelebung beginnen. |
| 16 | Abnabelung | Zum Abnabeln mache zwei Abschnürungen die etwa zwei handbreit zum Kind Abstand haben sollten. |
| 17 | Durchschneiden der Nabelschnur | Schneide zwischen den beiden Abschnürungen mir Schere oder Messer durch. Es darf nicht nachbluten. |
| 18 | Nachgeburt | Etwa 15 -30 Minuten nach der Geburt werden die Eihäute und der Mutterkuchen geboren. |